Das Konsortium aus Lichtblick eMobility und der Thüga-Tochter Regioladen+ hat den Zuschlag für den Aufbau eines öffentlichen Lkw-Ladenetzes in Baden-Württemberg erhalten. Im Rahmen der staatlichen Initiative BASE – „Basisladenetz für öffentliches Laden von E-Lkw im regionalen Straßennetz" – sicherte sich das Konsortium zwei von drei ausgeschriebenen Losen und darf damit insgesamt 14 Ladestandorte für Elektro-Lkw im Bundesland errichten und betreiben.
Die Ausschreibung des Landes zielte darauf ab, eine flächendeckende Ladeinfrastruktur für elektrische Nutzfahrzeuge im regionalen Straßennetz zu schaffen. Jedes der drei Lose umfasste sieben geografisch abgegrenzte Suchräume, die so verteilt sind, dass jeder Gewinner einen Mix aus unterschiedlich attraktiven Standorten verantwortet. Wer das dritte Los erhält, ist bislang nicht bekannt.
Mindestens 1.200 kW Ladeleistung pro Standort
An jedem der 14 Standorte sind laut Fördervorgaben mindestens vier öffentlich zugängliche CCS-Ladepunkte vorgeschrieben. Die Gesamtnennladeleistung muss je Standort mindestens 1.200 kW betragen – einschließlich der Netzanschlüsse. Lichtblick und Regioladen+ planen, CCS-Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 600 kW zu installieren.
Fester Bestandteil des Konzepts ist an jedem Ladepark ein integrierter Batteriespeicher. Darüber hinaus erwägt das Konsortium, abhängig von der Kundennachfrage, zusätzlich MCS-Lademöglichkeiten bereitzustellen – also Anschlüsse nach dem Megawatt-Ladestandard, der von den Lkw-Herstellern in Kürze eingeführt wird und speziell für den schweren Güterverkehr konzipiert ist.
Klare Aufgabenteilung im Konsortium
Für Planung, Bau und Beschaffung der Ladeinfrastruktur wollen die beiden Partner eine gemeinsame Gesellschaft gründen. Die Aufgabenteilung im laufenden Betrieb ist bereits definiert: Lichtblick eMobility übernimmt die Vorfinanzierung des Projekts sowie den kommerziellen Betrieb der Ladestationen. Regioladen+ verantwortet den technischen Betrieb.
Beide Unternehmen haben nach eigenen Angaben bereits Kontakt zu Flächeneigentümern, Speditionen und Logistikunternehmen in Baden-Württemberg aufgenommen, um geeignete Standorte zu identifizieren und die Grundlage für die Umsetzung zu schaffen.
Lkw-Ladeinfrastruktur als Schlüssel für die Elektromobilität im Schwerlastverkehr
Der Ausbau öffentlicher Elektro-Lkw-Ladestationen gilt als eine der zentralen Voraussetzungen, damit Transportunternehmen und Speditionen den Umstieg auf elektrische Lkw vollziehen können. Ohne verlässliche Lademöglichkeiten entlang von Versorgungsrouten bleibt die Reichweite von E-Lkw im Alltag ein kritischer Faktor – vor allem für Fahrzeuge im regionalen Verteilerverkehr und auf mittleren Strecken.
Das BASE-Programm des Landes Baden-Württemberg setzt gezielt an diesem Engpass an. Mit den 14 Standorten, die das Konsortium aus Lichtblick und Regioladen+ nun entwickeln wird, entsteht ein erster strukturierter Rahmen für das öffentliche Laden schwerer Nutzfahrzeuge im Bundesland. Das Projekt ist Teil eines breiteren Trends: Kommunale Energieversorger und Ladeinfrastrukturbetreiber positionieren sich zunehmend im Segment der gewerblichen Elektromobilität – einem Markt, der bislang deutlich weniger erschlossen ist als die Ladeinfrastruktur für Pkw.