MAN Elektro-Lkw: eTGX jetzt in der Inbound-Logistik

MAN setzt fünf Elektro-Lkw vom Typ eTGX zwischen Ungarn und Deutschland ein – in Kooperation mit JS Logistics, als Teil der Dekarbonisierungsstrategie.

MAN Truck & Bus setzt fünf vollelektrische Elektro-Lkw vom Typ eTGX in der eigenen Zulieferlogistik ein – in Zusammenarbeit mit dem Logistikdienstleister JS Logistics. Die Fahrzeuge transportieren Zulieferteile zwischen Lieferantenstandorten in Ungarn und deutschen MAN-Produktionswerken. Damit rückt der Inbound-Verkehr erstmals konkret in den Mittelpunkt der Dekarbonisierungsstrategie des Münchener Nutzfahrzeugherstellers.

Der Einsatz umfasst sowohl Direktverbindungen als auch gebündelte Transporte über zentrale Umschlagpunkte. Zwei Fahrzeuge verkehren auf der rund 520 Kilometer langen Strecke zwischen Lébény in Ungarn und München im Begegnungsverkehr: Die Lkw fahren sich entgegen und tauschen unterwegs ihre Anhänger, sodass die Ware ohne Zwischenstopp ihr Ziel erreicht. Ein drittes Fahrzeug übernimmt Transporte vom Logistikzentrum im ungarischen Györ nach München.

MAN Elektro-Lkw auch auf Westeuropa-Routen im Einsatz

Zusätzlich zu den Ungarn-Verbindungen sind drei weitere eTGX vom Logistikzentrum in Kirkel aus aktiv. Sie bringen Lieferungen aus Frankreich, der Iberischen Halbinsel sowie Großbritannien und Irland zu deutschen MAN-Werken. Die Route deckt damit einen erheblichen Teil des westeuropäischen Zuliefernetzwerks ab.

Michael Kobriger, Vorstand Produktion und Logistik bei MAN Truck & Bus, betont, dass der Betrieb zeige: „Emissionsfreier Schwerlastverkehr funktioniert bereits heute im realen Betrieb." Die Initiative soll nicht nur intern wirken, sondern auch als Praxisnachweis für Kunden dienen, die selbst auf elektrische Lkw umsteigen wollen.

Ladeinfrastruktur und Ausbauplan bis Mitte 2026

Der aktuelle Schritt ist Teil eines umfassenden Transformationsprogramms, das MAN seit Herbst 2024 umsetzt. Bis Mitte 2026 sollen rund 50 E-Lkw im Inbound-Verkehr im Einsatz sein, während parallel die Ladeinfrastruktur an MAN-Werken und Serviceniederlassungen ausgebaut wird. Laut Unternehmensangaben sind bereits mehrere Routen in verschiedenen europäischen Ländern elektrifiziert oder befinden sich in Vorbereitung.

Begleitend dazu bietet MAN Transport Solutions Kunden Unterstützung bei der Umstellung – von der Analyse des Einsatzprofils über die Planung der Ladeinfrastruktur bis zur Integration in bestehende Betriebsabläufe. Parallel zur Inbound-Logistik verfolgt MAN mit der Initiative „Electrifying Outbound" das Ziel, die CO₂-Emissionen bei der Fahrzeugauslieferung bis 2030 um 30 Prozent zu senken.

Mit dem schrittweisen Aufbau elektrischer Transportketten in der eigenen Lieferkette testet MAN den Praxisbetrieb von vollelektrischen Lkw unter realen Bedingungen auf langen Strecken – und liefert damit Daten, die für die breitere Einführung von Elektro-Schwerlastverkehr in Europa relevant sein dürften.