MAN und der österreichische Feuerwehrausrüster Rosenbauer haben auf der Fachmesse Interschutz in Hannover einen vollelektrischen Drehleiter-LKW vorgestellt. Das Fahrzeug trägt die Bezeichnung L32A-XS electric und basiert auf dem MAN eTGM-Chassis. Laut Unternehmensangaben ist es die weltweit leichteste elektrische Drehleiter auf batterieelektrischem Fahrgestell.
Das erste Serienfahrzeug wurde im Rahmen der Messe offiziell an das Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen (IdF NRW) übergeben – die größte Ausbildungseinrichtung für Feuerwehrkräfte in Deutschland. Damit beginnt der reguläre Einsatz des Fahrzeugs unter realen Bedingungen.
MAN eTGM als Basis: Gewicht unter 16 Tonnen
Der MAN Elektro-LKW vom Typ eTGM bildet das Fahrgestell des neuen Drehleiterfahrzeugs. Das Gesamtgewicht liegt nach Herstellerangaben unter 16 Tonnen, die Achslast unter 10 Tonnen. Damit unterschreitet das Fahrzeug die in Deutschland geltenden Gewichtsgrenzen für Feuerwehraufstellflächen – ohne zusätzliche Sondergenehmigungen.
Gleichzeitig erfüllt die L32A-XS electric die Norm DIN EN 14043 für vollautomatische Drehleitern. Das bedeutet: Das Fahrzeug kann Personen aus einer Höhe von 23 Metern bei einem waagerechten Abstand von 12 Metern retten. Für den urbanen Feuerwehreinsatz ist das ein zentrales Leistungsmerkmal.
Antrieb und Reichweite: Technische Daten des Elektro-LKW
Der Antriebsstrang basiert auf einem MAN eCD210 Zentralantrieb mit 210 kW Dauerleistung und 800 Newtonmetern Drehmoment. Gekoppelt ist der Elektromotor mit einem MAN TipMatic 2-Gang-Getriebe. Zwei Lithium-Ionen-Batteriepacks liefern zusammen eine Bruttokapazität von 178 kWh, wovon 160 kWh nutzbar sind.
Die Reichweite des elektrischen LKW richtet sich nach dem Einsatzprofil: Im urbanen Betrieb erlaubt die Kapazität laut Unternehmensangaben bis zu zehn typische Einsätze mit jeweils rund acht Kilometern Fahrstrecke. Im ländlichen Bereich sind es etwa vier Einsätze mit typischerweise rund 20 Kilometern Anfahrt. Per Schnelllader mit bis zu 250 kW lässt sich der Akku in rund 33 Minuten von 5 auf 80 Prozent laden.
Einsatzgebiete: Städte, Flughäfen, Werkfeuerwehren
Die emissionsfreie und im Vergleich zu Dieselfahrzeugen deutlich leisere Betriebsweise macht den elektrischen Drehleiter-LKW besonders für den Einsatz in dicht besiedelten urbanen Räumen geeignet. Darüber hinaus eignet er sich laut Hersteller für Flughäfen, Werkfeuerwehren und den Schulungsbetrieb.
Das IdF NRW hat das Fahrzeug als erstes Einsatzmittel dieser Art in seinen Ausbildungsbetrieb aufgenommen. Es ergänzt dort bereits vorhandene elektrische Feuerwehrfahrzeuge von Rosenbauer. Mit der Übergabe in Hannover ist der L32A-XS electric offiziell in den regulären Betrieb überführt worden.