Elektro-Lkw eTopas 600: Serienstart in Österreich

SuperPanther übergibt erste Serien-Elektro-Lkw des eTopas 600 an DHL und Partner – 600 km Reichweite, Dual-Schnellladen, gebaut in Österreich.

SuperPanther hat in Steyr, Österreich, die ersten seriengefertigten Exemplare seines Elektro-Lkw eTopas 600 an vier europäische Logistikunternehmen übergeben. DHL, Gress, Temmel und Lontex nehmen die Fahrzeuge als erste Kunden in den kommerziellen Betrieb – in Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Polen und der Tschechischen Republik. Damit beginnt nach einer ausgedehnten Testphase die Serienproduktion des elektrischen Lastwagens.

Vorausgegangen war ein Realbetrieb mit einer Kundenflotte, die in Deutschland und Österreich mehr als 70.000 Kilometer zurücklegte. Auf Basis dieser Erprobung startet nun die reguläre Fertigung. Produziert wird der eTopas 600 bei Steyr Automotive in Österreich, wo vormontierte Module aus China mit Komponenten europäischer Zulieferer zusammengeführt werden – darunter Teile von ZF, Schaeffler, Michelin, Continental und anderen.

Elektro-Lkw mit 600 Kilometer Reichweite und Dual-Schnellladen

Der eTopas 600 ist auf den schweren Transport ausgelegt: Bei einem zulässigen Gesamtzuggewicht von 42 Tonnen verfügt das Fahrzeug laut Unternehmensangaben über eine Nutzlast von 10,8 Tonnen. Die Reichweite beträgt rund 600 Kilometer bei einem Verbrauch von 0,94 kWh pro Kilometer – ermöglicht durch eine 621-kWh-Batterie des Herstellers CATL.

Für die Ladeinfrastruktur setzt SuperPanther auf zwei CCS2-Anschlüsse, über die das Fahrzeug gleichzeitig an zwei Ladepunkten geladen werden kann. Diese Dual-Schnellladefunktion soll den Ladestand in unter 38 Minuten von 20 auf 80 Prozent anheben. Die Antriebseinheit leistet 394 kW im Dauerbetrieb und bis zu 692 kW als Spitzenwert. Ein integriertes Thermomanagementsystem mit Wärmepumpe gewährleistet den Betrieb bei Temperaturen zwischen minus 35 und plus 40 Grad Celsius.

Chinesische Technologie, europäische Fertigung

Das Geschäftsmodell von SuperPanther verbindet chinesische Fahrzeugentwicklung mit europäischer Endmontage. Steyr Automotive verantwortet in Österreich die Integration, Inbetriebnahme und Qualitätsabnahme der Fahrzeuge. Für Wartung und Reparatur kooperiert das Unternehmen mit dem markenunabhängigen Werkstattnetzwerk Alltrucks und baut parallel eigene Servicestrukturen auf.

SuperPanther-CEO Chao Liu betonte anlässlich des Produktionsstarts am 27. Juli 2026 in Steyr, Europa benötige keinen weiteren importierten Elektro-Lkw, sondern einen Industriepartner. Siegfried Wolf, Aufsichtsratsvorsitzender der Steyr Automotive GmbH, ordnete den Start als Beleg für die Stärke internationaler Zusammenarbeit ein. Der eTopas 600 soll demnach nicht als Importprodukt positioniert werden, sondern als Fahrzeug, das für europäische regulatorische, industrielle und betriebliche Anforderungen konzipiert ist.

Kommerzieller Einsatz in fünf Ländern

Mit der Auslieferung an DHL, Gress, Temmel und Lontex beginnt der Einsatz des elektrischen Lastwagens in fünf europäischen Märkten gleichzeitig. Für Logistikunternehmen, die auf der Suche nach einem Elektro-Lkw mit hoher Reichweite und kurzen Ladezeiten sind, stellt der eTopas 600 damit eine neue Option im Segment der schweren Elektro-Sattelzugmaschinen dar. Technische Daten wie Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Temperaturtauglichkeit wurden laut SuperPanther im Realbetrieb validiert.